mit Worten von Swami Satyananda

Wissen

Ein Yogalehrer kann Dir Erfahrung und Wissen geben. Wissen ist auf den menschlichen Intellekt begrenzt. Erfahrung ist etwas, was Dich lehrt, praktisch Erlebtes innerlich aufzu­­nehmen.

Segnende Geste

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Yoga kann man nicht nur theoretisch lernen wie Deutsch, Mathematik oder Englisch, denn Yoga ist eine Wissenschaft, die nicht nur des Wissens willen gelehrt und gelernt werden sollte, sondern darüber hinaus, um den positiven Einfluss auf den Körper und das Bewusstsein auszuweiten.

Ein Yogalehrer, der viel weiß, viel redet und sehr sportlich und athletisch ist, aber sein praktisches Leben nicht in den Griff bekommt, kann höchstens ein „Tutor“ sein. Und es gibt auf der ganzen Welt sehr viele Lehrer, Professoren, Redner und Tutoren, die Yoga auf diese Art verbreiten. Neben ihrem „Wissen“ sollten Yogalehrer aber ebenfalls „spirituelle Qualitäten“ weitergeben können. Sonst kann es geschehen, dass auch Du  viel über Yoga weißt und gut darüber diskutieren kannst, aber dass Dir letztendlich keine Hilfe zur Entwicklung Deiner Persönlichkeit und  Deines spirituelles Leben angeboten wird.

Ausstrahlung

Eine der wichtigsten Qualifikationen oder Eigenschaften, an denen du einen guten Yogalehrer erkennen kannst, ist seine harmonische Persönlichkeit, seine Unerschütterlichkeit, sein Gleichmut, seine Freundlichkeit und beständige Gelassenheit.

Die wahre Inspiration, die Dir ein Yogalehrer geben kann, hat nichts mit Anweisungen und Instruktionen zu tun, sondern mit persönlicher Ausstrahlung. Das ist etwas ganz anderes als intellektuelles und akademisches Wissen.

Ein Lehrer mag vielleicht Latein oder Sanskrit, die Bibel, die Veden und den Koran studiert haben, aber das ist nur akademisches Wissen. Ein anderer Lehrer hat vielleicht nichts von alledem gelernt, kein Latein, kein Griechisch oder Sanskrit, er hat die heiligen Schriften nicht gelesen und trotzdem ist es möglich, dass er den „heiligen Gleichmut“  besitzt, voller Verstehen  und innerer Harmonie ist und aus seiner ganzen Persönlichkeit heraus lebt. Genau das kann er Dir weitergeben und dies ist es, was wir spirituelle Ausstrahlung nennen.

Deine Suche

Deine Suche nach einem Yogalehrer sollte von der Persönlichkeit und Stimme des Lehrers geprägt sein, damit Du gut „zuhören“ kannst. Erst der Stimme des „äußeren“ Lehrers, später der Stimme deines „inneren“ Lehrers.

Natürlich sind Diplome und Zeugnisse wichtig, zum Beispiel um eine Institution zu eröffnen. Aber für Dich als Yogaschüler sind sie absolut unwichtig. Prüfe deshalb besser, ob seine beiden Hirnhemisphären im Einklang sind. Bei den meisten Menschen sind diese beiden Seiten ununterbrochen im Kampf. Was die rechte Seite denkt, verwirft die linke Seite. Was die linke Seite akzeptiert, kritisiert die rechte Seite. Hier liegt der Ursprung von Konflikt im menschlichen Verhalten. Bei einem Yogalehrer sollten beiden Seiten harmonisch nebeneinander existieren.

 

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