Wenn Du Deinen ersten Yogakurs besuchst, dann kannst Du beginnen, mithilfe der Yogaübungen Deine physischen Grenzen und psychische Schwächen zu beobachten und zu erkennen. Du kannst davon ausgehen, dass Du im Alltag auf die gleiche Weise mit Dir umgehst, wie Du es in der Yogastunde tust. Ignorierst oder respektierst Du Deine Grenzen? Beobachte doch einmal, was du denkst und wie Du ganz spontan reagierst, wenn Du eine Yogastellung (Asana) gar nicht oder nicht so gut kannst? Denkst Du vielleicht:

• „Dieses Asana oder diese Übung ist blöd, das kann ich nicht, das mache ich nicht!“
• Oder denkst Du: „Was verlangt dieser Yogakursleiter von mir?W
• Oder denkst Du: „Oh, da ist ja etwas, was ich absolut nicht kann. Wo genau ist da meine Schwäche, was genau ist mein Problem? Das übe ich jetzt. Daran arbeite ich jetzt, um mich mehr und mehr zu verbessern (das könnte auch bis zum nächsten Leben dauern).

Ein Yogakursleiter bietet Dir Möglichkeiten an, Dich selber genauer zu erkennen und zu beobachten. Es ist ein erster Schritt, wenn Du diese Begrenzung als Aufgabe annehmen kannst. Beobachte liebevoll, interessiert und geduldig in jeder Yogastunde Deine Reaktionen, Deine auftauchenden Gedanken, Deine Konditionierung – also Dein inneres Programm. Bei regelmäßiger Übung wird es geschehen, dass diese Fähigkeit – Dich selber zu beobachten – sich auch auf Deinen Alltag überträgt, sodass Du nach und nach auch Deine Alltagsprogrammierung beobachten und erkennen kannst. So hast Du die Möglichkeit, Deine Einstellung zu korrigieren, und Dein Leben wird leichter. Denke an das häufig angewendete Beispiel des halb gefüllten Glases.

Bist Du jemand, der sagt: „Das Glas ist halb leer“?
Oder bist Du jemand, der sagt: „Das Glas ist halb voll“?

Sieh hin, wie Du bei Schwierigkeiten reagierst. Findest Du sofort einen Schuldigen für Dein Problem. Reagierst Du mit Ablehnung, jammerst und schimpfst Du laufend? Weglaufen (vor dem Partner oder dem Job) ist das Einfachste, und das Problem (Deine Aufgabe) bleibt Dir erhalten. Hinsehen, akzeptieren, auch mal den inneren Schmerz aushalten und mit geeigneten Yogaübungen an sich selber arbeiten, das ist ein yogischer Weg sich zu verbessern.

Hier in der Yogaschule ist niemand, der die Aufgabe hat, Dir Deine Probleme abzunehmen. Hier ist ein Platz, Dich besser kennenzulernen, zu lernen, ein Beobachter zu werden. Du lernst verschiedene yogische Methoden kennen, die Dich unterstützen. Aber anwenden musst Du diese Methoden selber.

Suche dein Glück und deinen Frieden nicht in äußeren Dingen, nicht in anderen Menschen, die Du angeblich (ge)brauchst, um glücklich zu sein. Finde Deinen Frieden innen. Ändere Deine Sichtweise, Deine Art zu bewerten. Du kannst die Welt um Dich herum nicht ändern, aber du kannst Deine Sichtweise zu allem ändern.

Mit Yoga verbessert sich das Leben immer, es sei denn:

1. Du praktizierst täglich die falschen Übungen (kontraindizierte),
2. Du übst täglich auf die falsche Art und Weise, mit Ehrgeiz und ohne Berücksichtigung Deiner Grenzen oder
3. Du übst gar nicht.

In diesem Fall kannst Du natürlich nichts erwarten. Wenn Du tust was Du immer getan hast, wirst Du erhalten was Du immer erhalten hast. Willst Du etwas ändern, dann ändere Deine Handlungen. Yoga ist ein System für mutige Menschen, ein System für Menschen die bereit sind, mit freundlicher Disziplin an sich zu arbeiten, um sich mehr in Richtung Sattwa (Reinheit)  zu entwickeln.

Jeder Mensch hat so viel mit sich selbst zu tun, dass es pure Zeitverschwendung ist, ständig von anderen zu verlangen, sie mögen sich ändern, damit Du es leichter hast. Jeder einzelne Mensch hat genau die Aufgaben für dieses Leben mit bekommen an denen er persönlich wachsen kann.

Ändere erst Dein eigenes Wesen, dann kann auch die Welt genesen.

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