22 Feb 2016
Februar 22, 2016

Karma

0 Kommentare

Der Begriff Karma kann vieles bedeuten. Karma ist das Grundmuster der Individualität eines Einzelnen mit seinem ganzen Denken und Wissen, das er im Leben erfährt. Es ist aber auch eine Handlung, die vom Intellekt , vom Verstand und den Sinnen ausgeführt wird, um sich der Früchte der materiellen Welt zu erfreuen.

Als Analogie wird die Seele mit einem Baby verglichen, das auf dem Spielplatz des Lebens spielt. Die Spielsachen, mit denen es spielt, sind Karma, das heißt…Gedanken, Wünsche, Ambitionen, Lebensumstände, Rollen und anderes. Das Baby spielt mit allem, was auf dem Spielplatz der Welt zu finden ist. Karma scheint zu einem wichtigen Bestandteil seiner Natur zu werden.

Drei Karmas wirken auf unser Leben ein

  1. Genetisches Karma
    1. Ein Erbe der Eltern, z. B. die Schwingung beider Eltern zum Zeitpunkt der Zeugung. Das wird sich ein Leben lang in dir widerpiegeln. Waren deine Eltern zu diesem Zeitpunkt rundherum glücklich, ist dies deine Grundeinstellung. Waren sie in Sorgen, wirst auch du ein Leben lang das Gefühl haben, das dir irgendetwas  an Vollkommenheit fehlt
  2. Kulturelles Karma
    1. Deine Kultur, deine Erziehung in Familie, Kindergarten, Schule und das Land in dem du geboren wurdest, das ist dein kulturelles Karma. Unser ganzes Leben ist einer Programmierung unterworfen, durch Erziehung, Kultur und Religion. Dies gibt uns das Gefühl von richtig und falsch und kontrolliert und lenkt all die zukünftigen Ausdruckskräfte.
  3. Spirituelles Karma
    1. Das ist das, was du aus vorherigen Leben mitbringst, was du lernen und erleben sollst. Es sind Einprägungen aus deinem spirituellen Gedächtnis. Ein Karma das mit deiner Evolution, deiner inneren Freiheit in Verbindung steht. Eine Ausdruckskraft, die von innen kommt. Alle spirituellen Lehren sagen das Gleiche:
      1. Das menschliche Wesen aus Bewusstsein und Energie bestehen, und dass diese Kräfte sämtliche Ausdrucksformen im Leben bestimmen. Gedanken und Gefühle entwickeln sich ständig, Bewusstsein entwickelt sich ständig. Und auch der Weltengeist trägt gewisse Ausdrucksformen aus einer höheren Ebene mit sich.
      2. Es ist wie ein Umzug. Du gehst nicht mit leeren Händen, du nimmst alles mit, was du gesammelt hast und arrangierst es so, wie es dir gefällt. Genauso ist es mit dem menschlichen Geist, der sich von einem Leben zum nächsten bewegt und alles mitnimmt was zu ihm gehört.
      3. Während des weltlichen Lebens werden solche eindrücke zum Ausdruck gebracht.

Wir können durch unsere Handlungen – auf yogische Weise – durch  „Karma Yoga“ höheres Bewusstsein erlangen. Die Bedeutung von Karma Yoga wird von Yoganeulingen oft übersehen. Das regelmäßige Üben von Yogatechniken ist zwar sehr wirkungsvoll, aber wir sollten Yoga den ganzen Tag ausüben. Und das ist möglich durch Karma Yoga. Erst durch Karma Yoga kommen wir in den vollen Genuss der anderen Yogaformen. Es ist die Einstellung dem Handeln und der Arbeit gegenüber, die sehr wichtig wird. Die Achtsamkeit beim Handeln und bei der Arbeit ist bedeutungsvoll und nicht die Arbeit als solche. Die veränderte Einstellung hierzu ist es, die schließlich zu einer inneren Veränderung führt, vergleichbar dem Messer, das in der Hand eines Mörders Leben nimmt, während es in der Hand des Arztes Leben rettet. Das Werkzeug ist dasselbe aber die Einstellung und die Art des Umgangs ist eine andere.

Natürlich ist normale Arbeit nicht Karma Yoga. Karma Yoga bedeutet selbstlose, konzentrierte Arbeit, mit vollkommenem Bewusstsein. In der Bhagavad Gitta kannst du viele Tipps zum Umgang mit Karma und Karma Yoga erfahren. Schau hier… einige Beispiele:

Wer unerfreulich Werk nicht scheut
und am erfolgreichen nicht hängt,
verzichtet recht, ist einsichtsvoll,
von Zweifeln frei und weisheitsvoll.

Bhagavad Gita XVIII:10

Hingebend tu dein Werk und bleib
von Vorteilsucht und Haften frei;
wird Glück, wird Unglück dir zuteil,
geb Yoga dir Gelassenheit!

Bhagavad Gita II:48

Die  T a t  allein bekümmre dich,
nicht ihr Erfolg, nicht ihre Frucht!
Wirk um des Wirkens Willen stets,
und halt dich frei von Müßiggang.

Bhagavad Gita II:47

… Auszügr aus Yogaheft Archiv, Yoga Darshan 1 und Karma Sannyas